Bio-Zierpflanzen

Was sind Bio-Zierpflanzen?

Zu den Jüngsten "Kindern" des ökologischen Anbaus gehören die Bio-Zierpflanzen. Damit sind alle Pflanzen aus Bioanbau gemeint, die vor allem ihres Zierwertes wegen angebaut werden:

  • Schnittblumen
  • Topfpflanzen
  • Beet- und Balkonpflanzen
  • Stauden
  • z.T. Bäume und Sträucher
  • z.T. Kräuter

Seit einiger Zeit wächst das Interesse an dieser Gruppe von Pflanzen - erfreulicherweise, denn die Bio-Zierpflanzen verkörpern die Idee des Öko-Landbaus auf ihre eigene Art:


Gerade weil man sie nicht essen kann, sind sie Symbol dafür, dass es im ökologischen Anbau nicht in erster Linie um die menschliche Gesundheit geht! Entscheidend sind hier vielmehr die Verringerung von Schadstoffeinträgen in die Umwelt, der sparsame Einsatz von Rohstoffen sowie die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen.


Bio-Zierplanzen verkörpern die Wertschätzung der Natur!


Biologisch angebaute Blumen und Zierpflanzen sind ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz, weil sie 

  • in möglichst intakten Ökosystemen angebaut werden: Die Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln wird überflüssig
  • während ihres Wachstums möglichst erneuerbare Energie und Rohstoffe verbrauchen
  • auch ohne den Einsatz von synthetischen Wuchshemmstoffen eine schöne, kompakte Form behalten
  • in der Regel keine weiten, energieverbrauchenden Transportwege hinter sich haben
  • für Menschen in der näheren Umgebung hochwertige Arbeitsplätze schaffen

Bioblumen sind biologische Nahrung für die Seele!


Wie werden ökologische Blumen und Zierpflanzen erzeugt?

Pflanzenschutz

Pflanzenschutz bedeutet im ökologischen Anbau vor allem Vorbeugung. Dazu wird eine Kombination verschiedener Maßnahmen eingestzt. Neben strikter Hygiene kommen hier z.B. eine harmonische Nährstoffversorgung, der Einsatz von Kräuterauszügen zur Pflanzenstärkung oder die Förderung von Nutzlingen in der Umgebung der Produktionsflächen zum Tragen. Treten doch einmal vermehrt tierische Schädlinge auf, werden diese mit dem geziehlten Einsatz spezieller Nützlinge oder mit Hilfe von Seifenpräparaten in Schach gehalten. Pilzlichen oder bakteriellen Erkrankungen wird u.a. vorbeugend mit der Auswahl von robusteren Sorten begenet - dies ist bei einer Weiterkultur im Garten oder Balkonkasten dann natürlich auch für die VerbraucherInnen von Vorteil!

Düngung und Erden

Bei der Herstellung von Erden und Substraten wird auf einen sparsamen Einsatz von Torf geachtet, soweit wie möglich werden Kompost und betriebseigene Erden verwendet. Bei Bodenkulturen wird großer Wert auf die Pflege des Ökosystems Boden gelegt. Die Düngung erfolgt deshalb bodenschonend z.B. mit organischen Düngern wie Hornmehl.

Energie

Auf Kulturen, die im Winter einen hohen Energieaufwand erfordern, wird weitgehend verzichtet. Das Sortiment besteht daher zum größten Teil aus Kulturen mit einem niedrigen Energiebedarf.

Pflanzenqualität

Obwohl BiogärtnerInnen bei der Pflanzenanzucht auf den Einsatz von sogenannten "Wuchshemmstoffen" verzichten, werden qualitativ hochwertige Pflanzen mit gutem Wuchsbild erzeugt. Dies wird durch die Auswahl spezieller kompakter Sorten erreicht sowie durch z.T. zeit- und platzraubende Maßnahmen wie niedrige Kulturtemperatur, sparsames Gießen oder größere Standweiten mit höherem Lichteinfall.


...vielleicht findet man aufgrund der ökologischen Produktionsweise nicht immer das ganze Sortiment an Blumen und Zierpflanzen in den üblichen Arten, Farben und Formen - dafür kann man die Blumen je nach Art manchmal auch essen, ins Badewasser legen, als Mottenschutz in den Kleiderschrank hängen usw. - und dort, wo sie angebaut werden, können "natürlich" jederzeit Kinder spielen!

Woran erkannt man ökologisch erzeugte Blumen und Zierpflanzen?

Nur Betriebe, die die Richtlinien der EG-Bio-Verordnung (2092/91) einhalten und sich regelmäßig kontrollieren lassen, dürfen ihre Produkte unter der Bezeichnung "ökologisch" oder "biologisch" verkaufen.


Darüber hinaus sind viele Betriebe, die Bioblumen und -Zierpflanzen produzieren, den verschiedenen Anbauverbänden des ökologischen Landbaus angeschlossen und produzieren nach den strengen Richtlinien dieser Verbände.


Man erkennt die Bioblumen und -Zierpflanzen also an der EG-Kontroll-Nummer, die jedes Bio-Produkt tragen muß, und ggf. am Warenzeichen des Anbauverbandes, dem die produzierende Gärtnerei angeschlossen ist.


Zur Entwicklung des biologischen Zierpflanzenbaus in Europa seit 1995 finden sich nähere Angaben in der Literatur.


Quelle: FiBL - Forschungsinstitut für biologischen Landbau

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